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Altern und Schattieren von Modellen

Inhalt

I   Voraussetzungen

II  Vorbereitung

III Durchführung

IV Hinweise

Einführung

Die möglichst wirklichkeitstreue Darstellung eines Modells ist wohl das Ziel eines jeden Modellbauers. Die Wiedergabe von Nutzungsspuren oder die Schattierung und Hervorhebung von Konturen oder Strukturen sind hierbei bewährte Möglichkeiten diesem Ziel näherzukommen.

 

Vor der eigentlichen (finalen) Arbeit zur Alterung oder Schattierung eines Modells sollte man sich bereits beim Bau des Modells darüber klar sein, wie stark, schwach oder auch speziell das Modell in diesem Abschnitt bearbeitet werden soll. Z.B. wo sollen Beschädigungen (verbogene oder beulige Bleche, Beschußschäden) zu sehen sein, wo treten Öl-, Kühlmittel-, Rost- oder Treibstoffspuren auf und wie stark sind Konturen am Original zu sehen. All dies kann / muß, unabhängig davon, wieviele Klappen oder Cockpits man geöffnet darstellen möchte, Einfluß auf den Bau des Modells nehmen.

 

Für das Altern und Verschmutzen von Modellen gibt es die verschiedensten Empfehlungen. Wir möchten hier die Technik mit farbigen Stäuben näher erläutern.

I. Voraussetzungen

I. Voraussetzungen

1. Das Modell

 

Das Modell ist fertig gebaut und lackiert, sollte aber nach Möglichkeit noch keine feinen, gespannten Antennendrähte o.ä. haben, da dadurch die Handhabung eingeschränkt ist. Es ist besonders darauf zu achten, daß alle Decals mit einer Finish-Farbschicht überzogen sind! Die Farboberfläche kann hierbei von Glatt bis matt-rauh beschaffen sein. Als Faustregel gilt dabei: Je glatter die Oberfläche, desto geringer die Haftmöglichkeit.


2. Die Arbeitsmaterialien

Für das Verarbeiten der farbigen Stäube benötigt man die folgenden Werkzeuge:

- ein kurzhaariger, feiner Pinsel (zum Aufbringen des Staubes in
  oder an gravierte Strukturen, z.B. Blechstöße, Kanten)
- ein kurzhaariger, mittlerer Pinsel (zum Aufbringen des Staubes
  in Ecken und/oder Winkel)
- ein kurzhaariger, breiterer Pinsel (zum Aufbringen des Staubes
  auf Flächen)
- ein sehr weicher mittlerer bis breiter Pinsel (zum Verreiben des
  aufgebrachten Staubes, vor allem in Ecken)
- ein Woll-Polierkopf (zum Verreiben des aufgebrachten Staubes)
- ein Brillenputztuch (zum Verreiben des aufgebrachten Staubes)

Als Materialien werden benötigt:

- Stäube verschiedenster Coleur. Hierzu sind im Modellbaufachgeschäft
  oder -versand angebotene Pulver genauso geeignet, wie Farbpigment,
  „zer"schliffene Pastellkreide o.ä.

 

 

Farbstaeube02.jpg

Auswahl von Farbpigmentstäuben auf Naturbasis. Diese lassen sich hervorragend verwenden für die hier vorgestellte Technik.

II. Vorbereitungen

1. Das Modell

 

Die Oberfläche des Modells muß absolut fettfrei und trocken sein, da durch der Staub an jedem Fettrückstand wie an einem Klebstoff haften bleibt und beim Verreiben zu einer Menge wird, die sich nicht verteilt, sondern wie bei der Spurensicherung der Polizei auf der nicht fettfreien Stelle bleibt.

 

2. Das Material

 

Der Staub oder das Pulver bedarf keiner großartigen Vorbereitung. Es ist lediglich darauf zu achten, daß es trocken ist. Feuchter Staub oder eine feuchte Oberfläche wirken zusammen wie Acryl-Farbe, die dann nicht mehr dezent abtönt sondern voll aufträgt (dieser Effekt läßt sich aber auch mit Absicht durchaus nutzen - z.B. Ölfahnen).

III. Durchführung

1. Das Aufbringen des Staubes

 

Der gewünschte Staub wird je nach der zu behandelnden Stelle mit dem entsprechenden Pinsel aufgenommen. An der betreffenden Stelle wird der Staub mit dem Pinsel wie folgt aufgetragen:

 

a) Gravuren

Der Staub wird mit dem Pinsel über die Gravur (in die Gravur oder an die erhabene Struktur) getupft ohne ihn anzudrücken.

 

b) Ecken und Winkel

Der Staub wird mit dem Pinsel in die Ecke oder den Winkel entlang getupft, wobei nur in der Mitte des mit Staub bedeckten Bereiches leicht angedrückt wird.

 

c) Kanten

Der Staub wird vorsichtig dicht und schmal an einer oder an beiden Seiten der Kante mit leichten Druck aufgetragen. (Zum Aufhellen von Kanten zeigt die Drybrushing-Methode oft dauerhaftere Ergebnisse und sollte der Arbeit mit Staub vorgezogen werden.)

 

d) Flächen

Der Staub wird mit dem Pinsel gleichmäßig auf der Fläche verteilt und leicht angedrückt.

 

2. Das Verarbeiten des Staubes

 

Generell gilt: Der Staub wird in die Oberfläche eingerieben. Hierbei besteht die Kunst darin, die richtige Dosierung zu finden. Als Faustregel ist hierbei zu bedenken: Möglichst im gleichen Farbton arbeiten, weil ein Arbeiten in dunkelgrau oder gar schwarz eher die Linien oder Strukturen nachzeichnet als sie zu betonen.

 

Für alle Arbeitsfelder - a) bis d) - gilt: Vor dem Einreiben den überschüssigen Staub wegpusten! Denn: Man wird oft zuviel Staub aufbringen, der dann zu einer zu starken Abtönung führt.

 

Für das Verreiben empfiehlt sich sehr weiches Material zu benutzen, da der Staub auch in der Lage ist, „borstige" Handbewegungen sichtbar zu machen. Er wird in die Oberfläche verrieben bzw. (bei glatten Oberflächen) auf die Oberfläche aufgerieben. Hierbei glit: Staub setzt sich in oder auf Oberflächen - eine zweite Staubschicht hat weniger Effekt, da ihr weniger Haftunterlage zur Verfügung steht!

HawkerHunterStaeube01.jpg

Staubfinish am Beispiel einer Hawker Hunter in 1:32. Model by Detlef "Det" Hoffmann

IV. Hinweise

a) Finish

„Gestäubte" Oberflächen lassen sich zwar mit einem Firnis überspritzen, verlieren hierbei aber an Intensität. Auch kann bei zu direkter Spritzung (oder gar Auftrag mit Hilfe eines Pinsels) der Staub wieder von der / aus der Oberfläche „gewaschen werden". Mit Staub behandelte Modelle können durchaus mit einem weichen Pinsel gereinigt werden, da der Staub ja hierfür ausreichend in oder auf der Oberfläche haftet. Gegen Feuchtigkeit oder Fett (Finger) ist er aber nicht griffbeständig.

 

b) „Wunschton"

Stäube lassen sich untereinander Mischen.

 

c) kein Allheilmittel

Stäube können nicht alles ersetzen. Für Abgasfahnen an Flugzeugen empfiehlt es sich z.B., den „Kern" dieser Fahne mit dem Abgasgrundton zu spritzen, um dann dessen „Ränder" mit einem farblich passenden Staub scharf oder fließend abzutönen. Staub allein ist hier allein nur bedingt einsatzfähig. Es gilt: Stäube sind zum dezenten Hervorheben von Strukturen heranzuziehen - darüberhinaus herrscht weiter der Farbtopf

 

© MSC Hans Grade

Text : A. Duda / D. Hoffmann


Aktualisierung: 17/05/2009 - 17:21

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