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Lawotschkin La-7

1:72, EDUARD, gebaut von Bert Andermann

An dieser Stelle möchte ich meine La-7 Sammlung vorstellen, die ich mir in den letzten Jahren zugelegt habe. Als Grundlage diente der 2004 erschienene Bausatz von Eduard. Dieser bietet die beste Basis für den Bau einer La-7 und ist allen anderen Alternativen wie Mastercraft (ex KP) oder Eastern Express (ex Novo/Frog) vorzuziehen. Leider ist die Originalgetreue alles andere als perfekt, weshalb viel Raum für Verbesserungen bleibt. Ich habe mich daher von Modell zu Modell an einigen Korrekturen und zusätzlichen Detaillierungen probiert, von denen hoffentlich einige auf den folgenden Bildern zu erkennen sind.

1) Weiße 53

Meine erste La-7 entstand nicht allzu lange nach Erscheinen des Bausatzes. Gebaut wurde völlig aus dem Kasten, bis auf die Radioantennen natürlich. Man kann sehr gut die übertriebene Spinnerspitze erkennen, die ich bei meinen nachfolgenden Modellen korrigiert habe. Die allzu heftig wirkenden Abgasspuren entstanden aus Kerzenruß. Die Bordnummer wurde per Schablone gespritzt, mit Schleifpapier nachgearbeitet und sollte durchaus feldmäßig und abgenutzt anmuten. Ob dies gut gelungen ist, kann ich mangels Foto-Vorlage nicht überprüfen, als Inspiration diente jedenfalls eine Farbzeichnung von vvs.hobbyvista.com.
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2) ČSR

Das Modell stellt eine Maschine im Bestand der Luftstreitkräfte der ČSR dar. Die ČSR erhielt ab April 1945 insgesamt 41 La-7. Und bei meiner Maschine müßte es sich um eine des 2. Jägerregiments aus der Zeit nach dem August 1945 handeln. Die Flugzeuge wurden in der typischen Werksbemalung inklusive Sowjet-Sternen und Bordnummern geliefert und erhielten erst Ende August 1945 die tschechoslovakischen Hoheitszeichen. Blitz und dreifarbiger Spinner wurden natürlich ebenfalls erst durch den neuen Eigentümer aufgetragen. Meine Maschine trug zusätzlich über der Bordnummer den Schriftzug "Arbeiter von Gorki", was sie eben als eine Spende der Arbeiter aus Gorki ausweist. Dummerweise sollen laut meiner Literatur (MBI) nur die Bordnummern 06, 49 und 95 diesen Schriftzug geführt haben, ich hatte beim Bau aber ganz auf die Bauanleitung von Eduard vertraut. Das Modell wurde ohne Zubehörteile gebaut. Allein die kombinierte Abgas - und Abluftanlage wurde modifiziert, um sie geöffnet darzustellen, und die kleinen Fahrwerksklappen erhielten ein Gestänge aus gezogenen Gießästen. Inzwischen habe ich dem Modell einen neuen Propeller mit korrigierten Blättern spendiert, hier ist aber noch der alte zu sehen.

 

Literatur: Miloš Veštšik, Lavočkin La-7, Prag, 2003 (MBI).

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3) Gelbe 06

Das Modell stellt eine späte La-7 von 1945 mit drei anstatt der üblichen zwei Bordkanonen dar. Das Original gehörte wahrscheinlich zu den Baltischen Marinefliegerkräften. Es trug einen einfarbigen Sichtschutz sowie eine per Schablone aufgespritzte Bordnummer, nicht unüblich für die Zeit seit 1945. Im Krieg überwog noch der zweifarbige Tarnanstrich und alle La-7 trugen die große werkseitig aufgebrachte Bordnummer. Als Bausatz diente die "Profiausführung" mit Ätzteilen vornehmlich für die Innendetaillierung. Zusätzlich erhielt das Cockpit eine selbstgezogene Haube, die Fahrwerksschächte wurden detailliert und der Ölkühler überarbeitet (aufgebohrt, geöffnete Abluftklappe). Seltsamerweise bietet Eduard Klarsichtteile für eine geschlossen und offene Darstellung der Cockpithaube an, aber wegen dem zu dicken Plastik ist die offene Variante nicht baubar. Bei der Farbgebung habe ich mich ganz nach Erik Pilawskii gerichtet, der für die Oberseitenbemalung einen Grauton (AMT-12) vorschlägt sowie Sterne mit einfachen weißen Rand (selbiges Bemalungsschema auch hier). Allerdings würde ich im Nachhinein die für diese Zeit typischeren Sterne mit weißen Rand u n d roter Begrenzungslinie bevorzugen.

 

Literatur

- Erik Pilawskii: Soviet Air Force Fighter Colours. 1941-1945,

- La5/7 Fighters in action, Squadron/Signal Publications #169 (Foto vom Original, aber fehlerhafte Farbzeichnung).

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4) Amet-Chan Sultan

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Das Modell stellt die La-7 von Amet-Chan Sultan dar, einem berühmten sowjetischen Fliegerass des Zweiten Weltkrieges (mehr zur Person auf Wikipedia). Seine Einheit, die 9. GIAP, rüstete im Sommer 1944 als eine der ersten auf das seinerzeit neue Muster um und flog ab November 1944 Kampfeinsätze über Ostpreußen bzw. Litauen.

 

Modell

Das Modell entstand unter Verwendung des großen Ätzteilsatzes von EDUARD (# 73228) sowie einiger Eigenarbeiten. Unter anderem wurde die Form der Propellerblätter korrigiert,  die Beulen der Waffen-Abdeckungen überarbeitet (im Bausatz zu groß) die Abgas- und Abluftanlage geöffnet und die Höhenruder leicht ausgeschlagen dargestellt. Das Cockpit erhielt eine tiefgezogene Haube sowie einige zusätzliche Details im Inneren. An der Unterseite wurde der im Bausatz allzu flache Ölkühler modifiziert und die Fahrwerksschächte erhielten wieder eine umfangreiche Detaillierung. Von den Ätzteilen waren die Fahrwerksklappen am schwierigsten zu verarbeiten, die Abdeckungen der Reifen mußen nämlich gebogen werden, da die Flugzeugunterseite in diesem Bereich nicht plan ist.


Farbgebung

Das Aussehen der Maschine von Amet-Chan Sultan ist im Detail leider nicht gut dokumentiert (Fotos: www.bellabs.ru) und läßt daher Raum für Spekulationen. Sein Flugzeug trug auf jeden Fall den typischen Oberseitenanstrich aus AMT-11 und AMT-12, aber leicht modifiziert. Die eigentlichen Besonderheiten waren das seitlich am Bug prangende Logo (schwarzer Vogel auf weißen Grund), farblich markierter Spinner und Bugspitze sowie der stilisierte Blitz am Rumpfheck. Das Logo ist fotografisch recht gut belegt. Die Farbe der Bugspitze wird in der Literatur mit rot und die des Spinners mit gelb angegeben (z.b MBI, Pilawskii). Ich dagegen habe Bugspitze und Spinner rot lackiert, da ich gelbe Markierungen für unwahrscheinlich halte, wenn der Gegner ebensolche Markierungen trägt und der recht hell erscheinende Spinner auf dem einzig verfügbaren Foto kann auch vom Lichteinfall herrühren. Vom Blitz ist leider nur die Spitze belegt, aber andere Maschinen der Einheit von Amet-Chan Sultan trugen prinzipiell die gleiche Markierung. In der Literatur wird der Blitz meistens rot umrandet dargestellt (z.B. MBI). Ich halte das zwar für möglich aber nicht für zweifelsfrei bewiesen und habe daher den roten Rand weggelassen.

Mein Modell zeigt Amet-Chan's Flugzeug nach dem Abschluß einer längeren Kampfperiode, vielleicht Anfang 1945 oder sogar gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Das Modell zeigt daher Gebrauchsspuren. Die Spitze des Blitzes ist dank der Abgasspuren sowie deren mehr oder weniger regelmäßigen Beseitigung kaum mehr sichtbar. Und vielleicht wurden an einigen Stellen bereits Reparaturen durchgeführt, was den abweichenden Tarnverlauf im Bereich der Motorverkleidung steurbords erklären würde.

Die Bemalung erfolgte mit Acrylfarben von GUNZE SANGYO und VALLEJO. Der Blitz ist gespritzt. Das Logo wurde mit Hilfe von Fritzsche Modellbau selbst erstellt, da das Bausatz-Decal zu klein und untreffend gestaltet ist.

 

Literatur

- Erik Pilawskii: Soviet Air Force Fighter Colours. 1941-1945,

- Miloš Veštšik, Lavočkin La-7, Prag, 2003 (MBI).


Aktualisierung: 31/12/2010 - 13:31

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